Kulturstiftung Hohenlohe
22.08. - 02.09.
Kloster Schöntal
Schirmherrschaft Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth | Künstlerische Leitung Prof. Petru Munteanu | Organisatorische Leitung Markus Meyer

Meinungen 

 
[1] Es gehört zu den Besonderheiten auf dem Felde der deutschen Violinpädagogik, dass der von Prof. Petru Munteanu 1988 gegründete Violinwettbewerb Kloster Schöntal seitdem erfolgreich Jugendliche aller Altersklassen zu freiwillig erbrachten Höchstleistungen motiviert.
Hier werden die Weichen für eine positive Haltung zur Leistung gestellt, indem international anerkannte Spezialisten in einer unbestechlichen Jury nach strengen Auswahlkriterien die Besten ermitteln. Ebenso stehen die Jurymitglieder den ausgeschiedenen Kandidaten mit Rat und Hilfe zur Seite, wenn dies gewünscht wird. Wo, wenn nicht in einer solchen Atmosphäre, werden innere Disziplin und Fleiß als unabdingbare Voraussetzungen für unser Metier erworben und somit echte Nachwuchsförderung betrieben.
Als vormaliges Jurymitglied und langjähriger Pädagoge ist es mir eine Herzensangelegenheit, dem Violinwettbewerb in Kloster Schöntal auch weiterhin alles Gute zu Wünschen.
Prof. Roland Baldini
Hochschule für Musik und Theater „F. Mendelssohn-Bartholdy“, Leipzig
 
[2] Die Idee einen neuen, anders gearteten Internationalen Violinwettbewerb ins Leben zu rufen hat mich schon immer fasziniert. Obwohl ich als Jurymitglied an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen habe, ist mir erst 1986 eine solche Möglichkeit durch meinen jüngeren Kollegen, Prof. Petru Munteanu, eröffnet worden.
Zu dritt, zusammen mit Prof. Werner Scholz aus Berlin, haben wir versucht pädagogische Aspekte und hohe künstlerische Kriterien zu vereinen. Dies spiegelt sich sowohl in der Wahl des Repertoires für jede Altersgruppe als auch in den Beurteilungskriterien der Jury wider. Es ist bemerkenswert, welche Rolle dieser Wettbewerb für die Verbreitung neuer und zu unrecht weniger bekannter Werke berühmter Komponisten spielt. Ich freue mich besonders dass Werke von G. Enescu immer im Programm präsent sind.
Eine ausgeklügelte Juryordnung und, nicht zuletzt, eine kluge Wahl der Juroren haben dazu beigetragen, richtige Talente ausfindig zu machen und auszuzeichnen. Der weitere Weg der Preisträger spricht für sich: zahlreiche Preisträger des Schöntaler Wettbewerbes haben im weiteren Verlauf ihrer Laufbahn weitere Preise bei großen Internationalen Wettbewerben gewonnen und stehen jetzt am Anfang einer viel versprechenden Karriere.
Bedauerlicher Weise kann ich dieses Jahr nicht mitwirken. Ich wünsche dem Wettbewerb, seinem Initiator, Prof. Petru Munteanu und der Jury 2003 viel Erfolg und dieselbe harmonische und hochprofessionelle Arbeit wie in den vergangenen Jahren.
Prof. Stefan Gheorghiu
Musikakademie Bukarest
 
[3] Der Wettbewerb in Kloster Schöntal ist mir als Juror seit mehreren Jahren gut bekannt. Für mich ist es eine große Freude und Ehre in Schöntal mitzuarbeiten, denn ich schätze ihn als einen höchst interessanten Wettbewerb, in dem ich gearbeitet habe.
Die Atmosphäre des Wettbewerbes lässt eine glückliche Verbindung zwischen Freundlichkeit und Professionalität entstehen. Nach meiner Meinung herrscht in der Beurteilung der Teilnehmer eine große Objektivität. Für sehr wichtig halte ich auch die Beratung der Spieler und das große Engagement der Juroren.
Ich bewundere die Juryordnung sehr und habe sie für meinen „Jampolsky-Wettbewerb“ (im Einvernehmen mit der künstlerischen Leitung des Wettbewerbes) übernommen.
Prof. Eduard Grach
„Tschaikowsky“-Konservatorium Moskau
 
[4] Dear Colleague,
As you asked for, I , hereby, give forth my experiences of my visit to Schontal, August 2001.
To start with the site, the buildings, the setting and the surroundings are idyllic and really beautiful and most inspiring. My compliments to the organizers for a very smooth-run competition plus a good atmosphere.
The quality of the performers was such that it gave a fair reflexion of the standards pertaining in Europe today. There is a real need for a competition in these age groups, however, I would like to add that, to my mind, the eldest age group is rather superfluous as there are already numerous competitions for the more mature students.
The accompanists were very professional and attentive, furthermore, the offered accommodation and food is of a good quality. The performances of the participants were always interesting and altogether it was a week very well spent and most enjoyable.
The Schontal Violin Competition can be recommended generously to the World at large!
Prof. Ronald Masin
DIT Conservatory of Musik & Drama Dublin
 
[5] Der Schöntaler Wettbewerb bietet seit vielen Jahren jungen Geigern aus aller Welt die Möglichkeit der Begegnung mit gleichaltrigen Kollegen und die Findung des eigenen Standortes im internationalen Vergleich. Möge er noch viele Jahre seine nützliche Aufgabe erfüllen können! Mit allen guten Wünschen.
Prof. Igor Ozim
Hochschule für Musik Köln
Konservatorium Bern
„Mozarteum“ Salzburg
 
[6] Aus ganzem Herzen gratuliere ich anlässlich des Jubiläums des Schöntaler Wettbewerbes den Organisatoren wie auch den Mitarbeitern. Vor allem gratuliere ich Herrn Petru Munteanu, dass er diesen großartigen Wettbewerb erfunden und geschaffen hat.
Dieser Wettbewerb hatte immer ein besonders hohes Niveau. Die ausgezeichnete Werkauswahl, seine großartige künstlerische wie auch menschliche Atmosphäre bieten sich hervorragend zur Vorstellung junger Talente an. Ich denke, wer hier in seinen jungen Jahren gewinnen konnte, hatte auch später Erfolge bei der Teilnahme an den großen internationalen Wettbewerben und auf den Konzertpodien der Welt.
Prof. Eszter Perenji
„Franz Liszt“-Musikakademie Budapest
 
[7] Der Internationale Wettbewerb für Violine in Kloster Schöntal, 1988 von Prof. Petru Munteanu und Otto Müller ins Leben gerufen, hat eine Lücke geschlossen und einem vielfältigen Bedürfnis entsprochen. Zur dieser Zeit gab es zahlreiche Wettbewerbe für ältere erwachsene, aber nur sehr wenige für jugendliche Geiger.
Die Einteilung in Altersgruppen mit unterschiedlicher Werkauswahl vermeidet die oft in Wettbewerben vorhandene Überforderung der jungen Geiger. Die Spieler bekommen so die Möglichkeit, ohne Stress ihr Können zu zeigen. Die konsequent gemeinsam durchgeführten Beratungsgespräche dur
ch die Jury haben einen positiven Einfluss auf die Weiterentwicklung der jungen Talente.
Die internationale Jury hat in all den Jahren mit größtmöglicher Objektivität gearbeitet um zu sachlich richtigen, gerechten Urteilen zu kommen. Dies hat sich „herum gesprochen“ und ist die Erklärung für die ständig steigende Zahl der Anmeldungen. Sehr wichtig für die jungen Spieler ist die Weiterförderung durch den Meisterkurs und durch die Konzerte im Rahmen der Hohenloher Kultursommer.
Ich freue mich, mit Prof. Stefan Gheorghiu und Petru Munteanu an der Konzeption und Entwicklung des Schöntaler Wettbewerbs sowie als Jurymitglied mitgearbeitet zu haben. Anlässlich des Jubiläums 2003 gratuliere allen Beteiligten herzlich und wünsche weitere große Erfolge.
Prof. Werner Scholz
Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Berlin
Hochschule für Musik und Theater, Rostock
 
[8] Es war für mich eine große Ehre, als Jurymitglied an dem auf der internationalen Ebene der Musikwelt sehr angesehenen Wettbewerb der Kulturstiftung Hohenlohe – Kloster Schöntal für junge Violinisten mitzuwirken.
Dieser Wettbewerb dient nicht nur dem Treffen zukünftiger herausragender Musiker, sondern bietet den jungen Künstlern dank hervorragender Organisation und außergewöhnlich herzlicher – beinahe familiärer – Atmosphäre eine Plattform zur Präsentation und Erfahrungssammlung.
Prof. Krzysztof Wegrzyn
Artistic Director „Internationaler Violinwettbewerb Hannover“
Hochschule für Musik, Hannover
 
[9] Ich habe am internationalen Violinwettbewerb in Kloster Schoental in den Jahren 1999 und 2001 teilgenommen und erzielte damals einen 3. und 2. Preis.
Der Schoentaler Wettbewerb blieb uns in sehr guter Erinnerung wegen der ausgezeichneten Organisation und der kompetenten Jury. Besonders angenehm und hilfreich war, dass man im ehemaligen Kloster Schoental direkt neben dem Wettbewerbssaal wohnen konnte, was fuer alle Teilnehmer von erheblichen Vorteil ist. Ebenso war es sehr nuetzlich, dass die Geigenbauwerkstatt Masurat anwesend war und anfallende Instrumentenprobleme sofort geloest werden konnten. Also nochmals vielen Dank fuer die ausgezeichnete Organisation.
Yuki Manuela Janke
(3. Preis 1999, 2. Preis 2001)
 
[10]Schöntal – Der Name weckt in mir viele schöne Erinnerungen: Die jährlichen Meisterkurse und 1989 der Wettbewerb waren entscheidende Marksteine in meinem Werdegang vom Schüler zum „erwachsenen“ Musiker.
Hier habe ich viele Facetten des Musikerlebens zum ersten Mal kennengelernt: Austausch mit Musikern aus aller Welt, Solokonzerte, Kammermusik, Proben mit dem Concertino Ensemble und nicht zuletzt die Geigenstunden, an die ich mich auch heute noch erinnere, wenn ich am San Francisco Conservatory of Music meine Studenten unterrichte. Mögen der Wettbewerb in Schöntal und der Meisterkurs noch vielen jungen Geigern ein ebenso stabiles Fundament bescheren wie mir.
Axel Strauss (1. Preis 1988, 1989)
Professor für Violine San Francisco Conservatory of Music, USA
 
[11]Der Violinwettbewerb Kloster Schöntal wird in meiner Erinnerung immer eines meiner schönsten Erlebnisse bleiben. Schon wegen der wunderschönen Umgebung, der absoluten Ruhe zum Arbeiten und der netten Atmosphäre. Das Wichtigste aber war, dass es so vieles in meinem Leben verändert hat und mir und sicherlich auch vielen anderen Möglichkeiten eröffnet hat, die es sonst nicht gegeben hätte. Ich könnte sagen, dass es hier alles angefangen hat …
Baiba Skride (1. Preis 1995)
Solistin

Pressestimmen

[1] Wunderkind wonderland
… I overheard one Jury member say wistfully to another: ‚Don’t these youngsters ever play out of tune any longer? Three days later when Munteanu announced the finalists, he pointed out with great sincerity that they were all winners and even those with the lowest marks were outstanding Violinist. He urged them all to consult the Jury for help and advice, a point he made at all three stages …
Several jury-members stayed on to conduct masterclasses over the following twelve days with 78 participants from 14 countries.
Michele Auclair, the French Juror, told me later how successful and enjoyable they were and that the two public concerts in the Schloss Öhringen were a complete sell-out.
For those fortunate enough to take part, there could have been no happier way of spending a few summer weeks in a fairy-talc setting where the heavens were indeed hung with violins.

Evelyn Chadwick
The Strad-Magazin, Dezember 1995


[2]
„Tag der Ernte“ – unter dieses Motto stellte Otto Müller die Preisverleihung im 4. internationalen Violin-Wettbewerb im Kloster Schöntal, die am Sonntag im Festsaal stattfand. Es gab nicht nur großzügige Geldpreise, sondern auch eine Medaille und einen Meisterbogen, dazu Lob und Anerkennung für alle, Schüler, Lehrer, Klavierbegleiter; Betreuer, Freunde und Gönner. Und mancher Besucher freute sich, bekannte Gesichter zu entdecken und die Fortschritte der Geigentalente zu beobachten. Musikalisch eingeleitet wurde die Feier vom Concertino-Ensemble, das mit Axel Strauß als Solist den „Sommer“ aus Antonio Vivaldis „Jahreszeiten“ musizierte – eine beachtliche Wiedergabe, die durch musikantisches Temperament und subtile Gestaltung beeindruckte.

hey
Hohenlohe Zeitung, August 1992

[3] Andreas Janke wartet im langen Gang im zweiten Stock von Kloster Schöntal. Durch eine große Tür dringen Piano- und Violinklänge nach draußen. In kleinen Gruppen stehen überall Menschen herum und tuscheln miteinander. Applaus ist zu hören. Die Tür öffnet sich. Endlich. Der 15-jahrige Nachwuchsgeiger ist an der Reihe. Zusammen mit der jungen Frau, die ihn am Klavier begleitet, betritt Andreas Janke den pompösen Saal. In einer langen Reihe sitzt die achtköpfige Jury: Professoren von Musikhochschulen aus Deutschland, Italien, Rußland, Rumänien. Polen und Slowenien. Mittendrin Prof. Petru Munteanu, der Künstlerische Leiter des 8. Internationalen Wettbewerbs für Violine, der bis Samstag von der Kulturstiftung Hohenlohe in Kloster Schöntal veranstaltet wird. Die Konzentration steht Andreas Janke ins Gesicht geschrieben. Schweißperlen rinnen über Gesicht und Violine. Das Publikum applaudiert. Wie es den Professoren gefallen hat, das wird sich am Ende der ersten Auswahlprüfung zeigen. Die akademische Herrenrunde fühlt den jungen Geigern auf den Zahn. Das Urteil wird in Form von Punkten in einen Wertungsbogen eingetragen. Die Durchschnittsnoten entscheiden dann über das weitere Schicksal der Kandidaten. Ziel des Wettbewerbes ist es, junge Talente zu entdecken und früh zu fördern. Deshalb bekommen die Sieger der drei Altersgruppen nicht nur ein Preisgeld, sondern werden auch weiterhin unterstützt. „Für den Wettbewerb kann sich jeder be
werben“, sagt Petru Munteanu. Entscheidend sei nur die Qualität. Lea Birringer ist gerade einmal zwölf. Seit neun Jahren spielt sie Violine. In Schöntal stellt sie sich bereits zum zweiten Mal der Konkurrenz. Zur Unterstützung hat die 12-Jährige ihre Mutter und ihre Lehrerin dabei. „Aufgeregt bin ich immer erst vor dem Vorspielen“, gesteht das zierliche Mädchen, das – wie könnte es anders sein – von einer Solistenkarriere träumt. Ganz aufgeregt ist auch immer Polina Nikiforovas Mutter. Die beiden sind aus Basel angereist. Jelena Höschle bewundert die Souveränität, mit der ihre 13-jährige Tochter vor die Jury tritt. „Ich hätte das nicht gekonnt“, gibt sie zu. Schwer beeindruckt ist die Mutter von der „kompetenten Jury“ und von der Konkurrenz. Falls ihre Tochter den Wettbewerb verliere, sei das auf jeden Fall „ein ehrenvoller Nichtsieg“, fügt Ehemann Otto hinzu. Das gegenseitige Kennenlernen und der Erfahrungsaustausch unter Teilnehmern, Lehrern und Professoren ist laut Petru Munteanu ein weiteres Ziel des Wettbewerbs.
Großgeschrieben werde auch die Beratung. Denn Munteanu sagt: „Ein gutes Wort zur richtigen Zeit kann sehr wertvoll sein.“

Silke Bräuninger
Hohenlohe Zeitung, 11. August 1999